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P2P-Lending vs. Anleihen: die wichtigsten Unterschiede für Anleger

Anleihen sind handelbare Schuldpapiere: Sie leihen einem Staat oder Unternehmen Geld, erhalten einen festen Kupon und können sie vor Fälligkeit am Markt verkaufen – doch der Kurs bewegt sich mit den Zinsen. P2P-Lending ist privates Fremdkapital – Sie finanzieren Unternehmenskredite, erhalten Renditen gemessen als AROI und steigen nur über einen Secondary Market aus. Beide zahlen Erträge; keines von beiden ist garantiert.

In This Article

Was sind Anleihen, und worin unterscheiden sie sich von P2P-Lending?

Eine Anleihe ist ein von einem Staat, einer Gebietskörperschaft oder einem Unternehmen begebenes Schuldpapier. Der Anleger erhält als Ertrag für das überlassene Kapital regelmäßige Kuponzahlungen und erwartet die Rückzahlung des Nennwerts bei Fälligkeit. In Deutschland zählen dazu vor allem Bundesanleihen (Bunds) und Bundesobligationen, deren Renditen als Benchmark für den gesamten Zinsmarkt dienen. Als Wertpapiere werden Anleihen häufig am öffentlichen Markt gehandelt und können daher eine höhere Liquidität bieten.

Beim P2P-Lending leihen Sie dagegen unmittelbar einer Person oder einem Unternehmen Geld, finanzieren den Kredit jedoch über eine dafür vorgesehene Plattform und erwerben kein Wertpapier. Die Forderung selbst ist privat und nicht börsennotiert. P2P-Kredite sind darauf ausgelegt, bis zur Fälligkeit gehalten zu werden; das eingesetzte Kapital fließt bei Fälligkeit zurück. Ein früherer Verkauf ist nur eingeschränkt möglich – über den Secondary Market, auf dem eine Forderung mit Gebühr oder Abschlag an einen anderen Anleger veräußert werden kann. Renditen sind dabei nicht garantiert, denn der Verkauf hängt vollständig von der Nachfrage anderer Anleger ab.

Zum rechtlichen Rahmen: Crowdlending-Plattformen aus der EU unterliegen der ECSP-Verordnung (EU) 2020/1503 und werden in Deutschland von der BaFin gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank beaufsichtigt. Maclear AG ist dagegen ein schweizerisches Unternehmen und als Finanzintermediär Mitglied der PolyReg SRO – nicht von der BaFin zugelassen und grenzüberschreitend tätig; eine FINMA-Zulassung besitzt Maclear nicht. Anders als börsennotierte Bundesanleihen sind P2P-Forderungen private, nicht öffentlich gehandelte Kredite ohne Einlagensicherung.

Ist P2P-Lending dasselbe wie eine Anleihe?

Nein. P2P-Lending ist privates Fremdkapital, eine Anleihe dagegen ein handelbares Wertpapier. Beide liefern zwar feste Erträge, doch Anleihen werden von Staaten, Gebietskörperschaften oder Unternehmen begeben und meist am öffentlichen Markt gehandelt. P2P-Forderungen sind hingegen private Kreditvereinbarungen zwischen dem geldgebenden Anleger und der Person oder dem Unternehmen, das den Kredit aufnimmt.

Rendite: Kupon und Rendite bis zur Fälligkeit (YTM) vs. AROI

P2P-Lending und Anleihen messen Rendite und Wertentwicklung unterschiedlich. P2P wird überwiegend als annualisierte Rendite (annualized return on investment, AROI) ausgewiesen. Anleiherenditen werden typischerweise als laufende Rendite oder Rendite bis zur Fälligkeit (Yield-to-Maturity, YTM) berechnet. Die YTM ist die erwartete Gesamtrendite, wenn die Anleihe zum aktuellen Marktpreis erworben und bis zur Fälligkeit gehalten wird. AROI standardisiert die Wertentwicklung der Kredite in einem Portfolio und weist die potenzielle, nicht garantierte Rendite aus.

Historisch hat P2P-Lending häufig höhere Renditen geboten als traditionelle Anlagen wie Bundesanleihen. Das liegt vor allem daran, dass P2P-Lending mit höherer Volatilität, geringerer Liquidität und einem höheren Kreditrisiko einhergehen kann, da der Kreditnehmer in der Regel eine private Partei und kein staatlicher Emittent ist.

Risiko und Zinssensitivität

Das Risikoprofil von Anleihen und P2P-Anlagen unterscheidet sich deutlich. Anleihen weisen typischerweise Kreditrisiko und Zinsänderungsrisiko auf. P2P-Lending trägt das Ausfallrisiko des Kreditnehmers, Liquiditätsrisiko und Plattformrisiko. Die folgende Tabelle stellt P2P-Lending und Anleihen gegenüber.

P2P-Lending vs. Anleihen – wie sich die beiden zinsähnlichen Anlageklassen vergleichen lassen.
DimensionP2P-LendingAnleihen
Rendite und MessgrößeZinsen auf finanzierte Kredite, gemessen als AROI; Renditen nicht garantiertFester Kupon, Ertrag als laufende Rendite oder YTM (z. B. auf Bunds/Bundesobligationen)
RisikoInsolvenz des Kreditnehmers, abgemildert durch Sicherheiten mit konservativem LTV oder den Provision Fund (keine Rückkaufgarantie)Emittenten-Kreditrisiko und Zinsänderungsrisiko (der Kurs fällt bei steigenden Zinsen)
LiquiditätNur über den Secondary Market, Verkäufergebühr rund 2,5 %, nicht garantiertHandel an Börsen und OTC, in der Regel liquide
MindestkapitalAb 50 € pro ForderungJe nach Emittent unterschiedlich
ZeithorizontKurz- bis mittelfristig mit fester LaufzeitFeste Fälligkeit (von kurzfristig bis 30 Jahre)
ErtragsartFeste Erträge über Zinsen aus der KreditvergabeFeste Erträge über Kupons
KapitalschutzKapital ist dem Risiko ausgesetzt, Abmilderung durch Provision Fund und Sicherheiten, keine garantierten RenditenDer Nennwert wird bei Fälligkeit zurückgezahlt; der Kurs kann vorher fallen. Es gibt keine Renditegarantie
SteuerhinweisIn der Regel erklärt der Anleger die Zinserträge selbst; Maclear behält keine Steuern ein. In Deutschland zählen Zinsen zu den Kapitaleinkünften (Abgeltungsteuer, Anlage KAP)Kupons werden als Kapitalertrag besteuert (in Deutschland Abgeltungsteuer 25 % zzgl. Soli, ggf. Kirchensteuer; allgemein, Stand 2026, bitte prüfen). Kursgewinne/-verluste bei Verkauf

Diese Tabelle ist illustrativ. Renditen sind nicht garantiert, Mindestbeträge, Gebühren und Liquidität variieren je nach Plattform und im Zeitverlauf, und alle Anlagen bergen Risiken, einschließlich des Verlusts von Kapital.

Wie wirken sich Zinsen auf Anleihen und P2P-Kredite aus?

Steigen die Zinsen, kann der Marktwert bestehender Anleihen fallen, weil neu begebene Anleihen – etwa neue Bundesanleihen – höhere Renditen bieten. P2P-Kredite werden nicht neu bepreist, da sie in der Regel nicht am öffentlichen Markt gelistet sind; ein Zinsanstieg kann jedoch die erwarteten Renditen beeinflussen.

Ist P2P-Lending riskanter als Anleihen?

Ob P2P-Lending riskanter oder sicherer ist als Anleihen, hängt vollständig von der Situation ab. In der Regel weisen Anleihen als am öffentlichen Markt gehandelte Wertpapiere ein niedrigeres Risikoprofil auf als P2P-Lending als privates Fremdkapital. Anleger sollten jedoch das konkrete Projekt, den Kreditnehmer, die Sicherheiten der Forderung und die Struktur des Kredits prüfen, bevor sie im Einzelfall beurteilen, ob eine Anleihe sicherer oder riskanter ist.

Liquidität, Zugang und Mindestkapital

Die Liquidität ist einer der grundlegenden Unterschiede zwischen Anleihen und P2P-Lending. Anleihen sind liquide, weil sie häufig am öffentlichen Markt gehandelt werden, was einen Verkauf vor Fälligkeit – mit Gewinn oder Verlust – ermöglicht. P2P-Lending ist so gestaltet, dass die Forderung typischerweise bis zur Fälligkeit gehalten wird; die Möglichkeit, vorher zu verkaufen, ist auf den Secondary Market beschränkt. Die Liquidität beim P2P-Lending ergibt sich daher aus der Möglichkeit, die Forderung auf dem Secondary Market zu veräußern.

Kann man P2P-Kredite wie Anleihen verkaufen?

In der Regel nicht. Anleihen werden am öffentlichen Markt gehandelt, was einen Verkauf vor Fälligkeit erlaubt. Bei einem P2P-Kredit muss der Anleger üblicherweise den Secondary Market nutzen, um die Forderung möglicherweise früher zu verkaufen – ein Verkauf ist jedoch nicht garantiert.

P2P-Lending vs. Anleihen: Für welchen Anleger eignet sich was?

Anleihen und P2P-Lending sind komplementäre, nicht sich gegenseitig ausschließende Anlagen. Sie ersetzen einander nicht unmittelbar. Anleihen können für Anleger attraktiv sein, die ein grundsätzlich niedrigeres Risikoprofil auf etablierten Wertpapiermärkten und die Handelbarkeit ihrer Forderungen vor Fälligkeit suchen. Der Preis dafür ist ein geringerer fester Ertrag. P2P-Lending eröffnet Anlegern umgekehrt die Chance auf potenziell höhere Renditen – zum Preis geringerer Liquidität und in der Regel eines Ausfallrisikos des Kreditnehmers. Beide Optionen sind nicht völlig risikolos, doch Anleihen liegen typischerweise am unteren Ende des Risikospektrums festverzinslicher Anlagen.

P2P-Lending ist keine Anleihe und kein Ersatz für eine solche: Es ist privates, weniger liquides Fremdkapital, bei dem das Kapital dem Risiko ausgesetzt ist, die Renditen (AROI) nicht garantiert sind und Sicherheiten, LTV sowie der Provision Fund das Verlustrisiko mindern, aber nicht beseitigen.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen P2P-Lending und Anleihen?

P2P-Lending ist privates Fremdkapital, das der Anleger einer Person oder einem Unternehmen überlässt, während Anleihen am öffentlichen Markt gehandelte Wertpapiere sind, die von einem Staat, einer Gebietskörperschaft oder einem Unternehmen begeben werden.

Sind Anleihen sicherer als P2P-Lending?

Anleihen liegen in der Regel an einem niedrigeren Ende des Risikospektrums als P2P-Lending, unter anderem wegen der Liquidität durch ihre Präsenz am öffentlichen Markt. Anleger sollten das Risiko jedoch im Einzelfall beurteilen, da sich P2P-Risiken durch Sicherheiten oder den Provision Fund abmildern lassen.

Wie werden P2P-Renditen im Vergleich zu Anleiherenditen gemessen?

P2P-Renditen werden als AROI berechnet – erwartete Renditen, standardisiert auf ein Jahr. Anleiherenditen werden als laufende Rendite oder Rendite bis zur Fälligkeit (YTM) berechnet, die die potenzielle Rendite im Verhältnis zum aktuellen Marktwert der Anleihe schätzen.

Kann man mit Anleihen oder P2P-Lending Geld verlieren?

Ja, mit beiden kann man teilweise oder vollständig Geld verlieren. P2P-Risiken lassen sich durch Sicherheiten oder den Provision Fund abmildern, Anleihen können vor Fälligkeit verkauft werden – doch keines von beiden beseitigt das Verlustrisiko.

Können P2P-Lending und Anleihen gemeinsam in einem Portfolio gehalten werden?

Ja. P2P-Lending und Anleihen ergänzen einander und sind keine Ersatzprodukte. Anleihen können höhere Liquidität und langfristige Wertsteigerung bieten, während P2P-Lending kurz- und mittelfristig zum Kapitalerhalt beitragen kann.

Über Maclear

Maclear AG ist eine schweizerische P2P-Lending- und Crowdlending-Plattform mit Sitz in der Schweiz. Das Unternehmen ist als Finanzintermediär im Nichtbankensektor tätig und Mitglied der PolyReg SRO, im Einklang mit den schweizerischen Finanzvorschriften einschließlich AML, KYC und DSGVO. Maclear bietet Privatanlegern und qualifizierten Anlegern Zugang zu geprüften Unternehmenskrediten – mit integrierter Risikobewertung, einem Provision Fund und einem Secondary Market für Liquidität.

Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken. Sie stellen keine Anlage-, Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. P2P-Lending und Crowdlending-Investments bergen das Risiko eines teilweisen oder vollständigen Kapitalverlusts. Die vergangene Wertentwicklung ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Die Liquidität auf einem Secondary Market ist nicht garantiert. Leserinnen und Leser sollten eigene Recherchen anstellen und vor finanziellen Entscheidungen qualifizierte Berater konsultieren. Die Verfügbarkeit von Produkten und Dienstleistungen kann in bestimmten Jurisdiktionen eingeschränkt sein.

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