Ein Sparkonto hält Ihr Geld bei einer Bank, zahlt niedrige Zinsen und ist durch die gesetzliche Einlagensicherung gedeckt (rund 100.000 CHF in der Schweiz bzw. 100.000 € in der EU), mit nahezu sofortigem Zugriff. P2P-Lending investiert Ihr Geld in Unternehmenskredite für potenziell höhere Renditen, doch das Kapital ist nicht versichert und kann teilweise oder vollständig verloren gehen.
P2P-Lending vs. Sparkonto: Was ist der Kernunterschied?
Ein Sparkonto ist eine Anlageform, bei der Geld auf einem Bankkonto liegt und mit dem jeweiligen Zinssatz der Bank verzinst wird. In Deutschland gehören dazu vor allem Tagesgeld, Festgeld und das klassische Sparbuch. Bankeinlagen sind über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt, die in der EU – und damit auch in Deutschland – bis zu 100.000 € pro Kunde und Bank abdeckt. Ein Sparkonto gilt daher grundsätzlich als sehr liquide Anlage mit hohem Schutz.
P2P-Lending beschreibt den Vorgang, bei dem der Anleger einer Person oder einem Unternehmen nicht über eine klassische Bank, sondern über eine Plattform Geld leiht. Der Anleger erhält dafür feste, regelmäßige Zinszahlungen als Rendite. P2P-Kredite sind nicht durch die Einlagensicherung gedeckt. Plattformen können jedoch besicherte Kredite (durch Sicherheiten unterlegt) nutzen, um das Risiko eines Kapitalverlusts zu mindern. Das Risiko bleibt dennoch bestehen, und es gibt keine Garantie für die Rückzahlung der Mittel.
Zum rechtlichen Rahmen: Crowdlending-Plattformen aus der EU unterliegen der ECSP-Verordnung (EU) 2020/1503 und werden in Deutschland von der BaFin gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank beaufsichtigt. Maclear AG ist dagegen ein schweizerisches Unternehmen und als Finanzintermediär Mitglied der PolyReg SRO – nicht von der BaFin zugelassen und grenzüberschreitend tätig; eine FINMA-Zulassung besitzt Maclear nicht. Anders als eine Bankeinlage fällt eine P2P-Anlage deshalb nicht unter die deutsche gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 € pro Kunde und Bank.
Rendite: niedrig und gedeckelt vs. höher und nicht garantiert
Die moderaten Zinsen eines Sparkontos erklären sich in der Regel aus seiner Liquidität und der Einlagensicherung. Die Sätze ändern sich im Zeitverlauf und hängen von den aktuellen Marktbedingungen sowie der Geldpolitik der Zentralbank ab; nach Abzug der Inflation sind die Realzinsen auf Tagesgeld und Sparbuch derzeit häufig niedrig. Anleger profitieren im Vergleich zum P2P-Lending von höherer Liquidität und einem Einlagenschutz mit einer recht hohen Obergrenze.
P2P-Lending nimmt eine geringere Liquidität in Kauf und bietet dafür höhere Renditesätze. Die Sätze werden als annualisierte Rendite (annualized return on investment, AROI) berechnet und geben die potenzielle, nicht die tatsächliche Rendite an. Beim P2P-Lending sind die Rückflüsse nie garantiert, da es sich nicht um eine risikofreie Anlage handelt. Da die Rückflüsse von der finanziellen Lage des Kreditnehmers abhängen, kann ein Ausfall zu einem vollständigen oder teilweisen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.
Kapitalschutz: Einlagensicherung vs. kein Schutz
Vergleicht man P2P-Anlagen mit dem Sparkonto beim Kapitalschutz, tritt der größte Unterschied zutage. Banken sichern Einlagen bis zu einer bestimmten Summe pro Kunde ab; in Deutschland übernimmt dies die gesetzliche Einlagensicherung über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) bis 100.000 € pro Kunde und Bank. So ist das Kapital durch die Einlagensicherung geschützt. P2P-Anlagen verfügen dagegen über keinen solchen Schutz des Anlegerkapitals; die Risikosteuerung stützt sich auf andere Mechanismen der Plattformen. Der Staat und die Einlagensicherung garantieren P2P-Kredite nicht. Die folgende Tabelle stellt beide Anlageklassen gegenüber.
P2P-Lending vs. Sparkonto – Rendite, Risiko und Liquidität im Vergleich.| Dimension | P2P-Lending | Sparkonto |
|---|
| Rendite und Messgröße | Höher, gemessen als AROI; die Renditen sind nicht garantiert | Niedrig, fester oder variabler Zinssatz (Tagesgeld/Festgeld), gemessen als effektiver Jahreszins |
| Risiko | Ausfallrisiko des Kreditnehmers, Plattformrisiko; ein teilweiser oder vollständiger Kapitalverlust ist möglich | Sehr gering, begrenzt durch die Bonität der Bank und die Obergrenze der Einlagensicherung |
| Liquidität | Vorzeitiger Ausstieg nur über den Secondary Market mit 2,5 % Verkäufergebühr; in der Regel wird das Kapital bis zur Fälligkeit der Forderung gehalten, die Liquidität ist begrenzt und nicht garantiert | Sofortiger oder nahezu sofortiger Zugriff, hohe Liquidität |
| Mindestkapital | Ab 50 € pro Forderung | Ab null |
| Zeithorizont | Kurz- bis mittelfristig, fester Kreditzeitraum | Beliebig, von kurz- bis langfristig (Tagesgeld bis Festgeld) |
| Ertragsart | Feste, regelmäßige Zinserträge aus dem Kredit | Zinserträge aus der Einlage |
| Kapitalschutz | Keine Versicherung der Kredite; Abmilderung des Risikos durch Sicherheiten (konservativer LTV) und den Provision Fund (keine Rückkaufgarantie) | Gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank (in der Schweiz rund 100.000 CHF) |
| Besteuerung | Zinserträge werden als Kapitaleinkünfte besteuert; die Regeln unterscheiden sich je nach Jurisdiktion. Maclear behält keine Steuern ein. In Deutschland sind sie in der Anlage KAP zu erklären. Für eine Rechtsberatung wenden Sie sich an einen Steuerfachmann | Zinsen aus Einlagen werden als Kapitaleinkünfte besteuert (in Deutschland Abgeltungsteuer, Sparer-Pauschbetrag 1.000 €). Für eine Rechtsberatung wenden Sie sich an einen Steuerfachmann |
Diese Tabelle ist illustrativ. Renditen sind nicht garantiert, Mindestbeträge, Gebühren und Liquidität variieren je nach Plattform und im Zeitverlauf, und alle Anlagen bergen Risiken, einschließlich des Verlusts von Kapital.
Hat P2P-Lending einen Einlagenschutz?
Nein. P2P-Lending hat keinen Einlagenschutz. Da P2P-Anlagen keine Bankeinlage sind, fallen sie rechtlich nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung. P2P-Lending sollte stattdessen wie eine Anlage behandelt werden. Deshalb bieten viele Plattformen Mechanismen zur Minderung von Liquiditätsrisiken, darunter den Provision Fund und die Sicherheiten, die einen P2P-Kredit absichern.
Liquidität: sofortiger Zugriff vs. Secondary Market
Die Liquidität unterscheidet ein Sparkonto von P2P-Lending. Ein Sparkonto – etwa Tagesgeld – bietet in der Regel hohe Liquidität und ist zugleich über die Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt. In der Schweiz liegt diese Summe bei rund 100.000 CHF. P2P-Lending verfügt über keinen solchen Sicherungsmechanismus. Die Plattformen mindern Liquiditätsrisiken auf andere Weise.
P2P-Lending bietet grundsätzlich weniger Liquidität als ein Sparkonto, weil der Anleger die Mittel in der Regel bis zur Fälligkeit der Forderung halten muss. Wer dennoch früher aussteigen möchte, kann den Secondary Market nutzen: einen Marktplatz, auf dem eine Forderung früher verkauft werden kann, sofern ein anderer Anleger Interesse zeigt und ein Gebot abgibt. Der Verkäufer trägt die Verkäufergebühr (2,5 % vom Verkauf bei Maclear) und kann die Liquidität vollständig verlieren, wenn der Verkauf mangels Käufer scheitert.
Wie schnell bekomme ich mein Geld aus P2P-Lending zurück?
Typischerweise erhält ein P2P-Anleger die Mittel erst zurück, wenn der Kredit die Fälligkeit erreicht hat. Die Möglichkeiten, schneller an das Geld zu kommen, sind recht begrenzt. Der Anleger kann versuchen, die Forderung auf dem Secondary Market zu verkaufen; der Verkauf ist jedoch nicht garantiert, und der Anleger kann Liquidität oder Geld verlieren, wenn er mit Abschlag verkauft und eine Verkäufergebühr zahlt.
Für welchen Anleger eignet sich was – und warum P2P kein Sparkonto ersetzt
Die finanziellen Ziele eines Sparkontos und von P2P-Lending decken sich nicht vollständig. Vielmehr sind es zwei unterschiedliche Anlageformen, die zur Diversifikation der Finanzen des Anlegers beitragen können. Ein Sparkonto kann als Notgroschen oder als stabile Quelle sofort verfügbaren Kapitals dienen, das jederzeit abgehoben werden kann. Es weist naturgemäß hohe Liquidität auf. P2P-Lending kann dagegen Anlegern helfen, die auf Kapitalerhalt und langfristige Erträge zielen. Als alternative Form fester Erträge über die vom Kreditnehmer gezahlten Zinsen ermöglicht es dem Anleger eine potenziell höhere Rendite.
P2P-Lending ist eine Anlage, kein Sparprodukt: Es hat keine Einlagensicherung, die Renditen sind nicht garantiert, das Kapital kann teilweise oder vollständig verloren gehen, und es ersetzt weder ein Sparkonto noch einen Notgroschen.
FAQ
Ist P2P-Lending besser als ein Sparkonto?
Nein, P2P-Lending ist nicht grundsätzlich besser als ein Sparkonto bei einer Bank. Zwar kann P2P-Lending höhere Renditen bieten als ein Sparkonto, es kann aber ein höheres Liquiditäts-, Kredit- und Plattformrisiko tragen. Sparkonten gelten allgemein als stabilere Option mit niedrigeren Renditen.
Ist P2P-Lending sicherer als ein Sparkonto?
Nein, P2P-Lending ist nicht generell sicherer als ein Sparkonto. Beide erfüllen unterschiedliche Funktionen: P2P-Lending zielt über feste Zinszahlungen auf Kapitalerhalt, während ein Sparkonto als Kapitalpuffer dient. Ein Sparkonto trägt in der Regel weniger Liquiditäts- und Kreditrisiko, doch keines von beiden ist risikofrei.
Hat P2P-Lending einen Einlagenschutz wie ein Sparkonto?
Nein. P2P-Lending hat keinen Einlagenschutz. Plattformen können das Risiko stattdessen mindern, indem sie den Kredit mit Sicherheiten unterlegen oder Zinsen über einen Provision Fund stützen. Dennoch garantieren weder Sicherheiten noch der Provision Fund die Rückzahlung des Kapitals; sie mindern lediglich das Risiko.
Kann ich aus P2P-Lending so schnell wie aus einem Sparkonto abheben?
Nein, das ist in der Regel nicht möglich. Ein P2P-Kredit wird normalerweise bis zur Fälligkeit der Forderung gehalten, und ein vorzeitiger Ausstieg ist nur möglich, wenn die Forderung auf dem Secondary Market an einen anderen Anleger verkauft wird. Ein Sparkonto – etwa Tagesgeld – erlaubt eine sofortige oder nahezu sofortige Abhebung.
Sollte ich meinen Notgroschen in P2P-Lending umschichten?
Nein. Ein Notgroschen sollte liquide und sicher bleiben. P2P-Lending ist keine risikofreie Anlage, und der Anleger trägt stets ein gewisses Risiko, einschließlich eines teilweisen oder vollständigen Kapitalverlusts. Ein Notgroschen sollte daher nicht in P2P-Lending umgeschichtet werden.
Über Maclear
Maclear AG ist eine schweizerische P2P-Lending- und Crowdlending-Plattform mit Sitz in der Schweiz. Das Unternehmen ist als Finanzintermediär im Nichtbankensektor tätig und Mitglied der PolyReg SRO, im Einklang mit den schweizerischen Finanzvorschriften einschließlich AML, KYC und DSGVO. Maclear bietet Privatanlegern und qualifizierten Anlegern Zugang zu geprüften Unternehmenskrediten – mit integrierter Risikobewertung, einem Provision Fund und einem Secondary Market für Liquidität.
Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken. Sie stellen keine Anlage-, Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. P2P-Lending und Crowdlending-Investments bergen das Risiko eines teilweisen oder vollständigen Kapitalverlusts. Die vergangene Wertentwicklung ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Die Liquidität auf einem Secondary Market ist nicht garantiert. Leserinnen und Leser sollten eigene Recherchen anstellen und vor finanziellen Entscheidungen qualifizierte Berater konsultieren. Die Verfügbarkeit von Produkten und Dienstleistungen kann in bestimmten Jurisdiktionen eingeschränkt sein.